Rückgabe des Nagelkreuzes an die Stadtkirche St. Jakobi

Am ersten Adventssonntag haben wir als Gemeinde das uns überlassene Nagelkreuz in die St. Jakobi Kirche zurückgetragen.

Warum war es bei uns?

Am 05. März 2025 wurde das Ökumenische Nagelkreuzzentrum in Chemnitz gegründet. Das Nagelkreuz wurde in der Kirche St. Jakobi übergeben und fand dort seinen festen Platz. Die ökumenische Nagelkreuzgemeinde entschied sich, dass es als Wandernagelkreuz an verschiedene Orte unserer Stadt kommen soll, an denen der Versöhnungsgedanke aktiv in die Stadt weitergetragen werden soll.

So wurde es in einem Gottesdienst am 28. September stellvertretend für unsere Gemeinde an Priester Peter Stettinius in Gemeinschaft mit einigen Gemeindemitgliedern übergeben. Das Versprechen damals lautete: Wir wollen uns als christliche Gemeinschaft mit der Aufforderung Vergebung und Versöhnung zu praktizieren, ehrlich befassen und uns erschließen, was alles dahintersteht.

Was haben wir daraus gemacht?

In allen Gemeindeebenen, von den Kindern, den Jugendlichen bis zu unseren ältesten Erwachsenen wurde darüber gesprochen.

Bei den Kindern war es die Geschichte der Brüder Jakob und Esau, die es geschafft haben, sich über ihren Streit und Neid hinwegzusetzen und sich wieder in die Arme zu fallen. Das haben die Kinder ganz bildlich umgesetzt.

Auch die Konfirmanden haben ihre Gedanken in Bilder umgesetzt und zwei Plakate daraus gestaltet. Diese zeigen die Alltäglichkeit von Konflikten. Seien sie nun groß oder klein, erfordern sie viele Puzzleteile, um zur Versöhnung zu gelangen und aus dem Schwarz gegen Weiß Denken wieder vielfarbiges Verständnis zu bauen.

In einem ihrer Treffs haben unsere Jugendlichen ganz direkt im Miteinander des Gesprächs erlebt, was Vergebung bewirken kann, und daraus den Schluss gezogen, dass sie aus dem besonderen Gebot der Nächstenliebe heraus ein zentrales Anliegen eines Christen sein muss.

Und nicht zuletzt sind auch unsere ältesten Gemeindemitglieder der 60plus Gruppe in einer von ihnen als offen und befreiend empfundenen Runde zum Thema mit einer schönen Erkenntnis herausgegangen. Zerstörung als Hinterlassenschaft von Feindseligkeit sind trotzdem kein Hinderungsgrund, sich neu versöhnlich begegnen zu können und zu wollen.

Das betrifft auch die Ecken und Kanten und Schuldgefühle, die die plötzliche Trennung durch den Tod verursacht. Wir haben die Möglichkeit über diese Trennung hinaus, Vergebung zu üben. Ein Erkennen aus dem Drang nach Frieden, so das Erleben aus dem Kreis des Trauercafés.

Was haben wir mitgenommen?

Die Antwort ist einfach: Wir haben all diese Gedanken zusammen mit dem Nagelkreuz mit in den Adventsgottesdienst in St. Jakobi genommen und sie dort vor der versammelten Gemeinde erzählt. Die Plakate der Konfirmanden haben wir als Geschenk dagelassen.

Der Vikar Carsten Friedrich bedankte sich dafür mit den Worten:

„Es freut mich sehr, dass ihr euch wohl gefühlt habt! Es ist schön zu sehen, wie das Nagelkreuz die Gemeinden verbindet. Auch eure Geschenke sind ganz wunderbar!“

Nach dem gut besuchten Gottesdienst bot sich im Rahmen eines Kirchenkaffees die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.


Wir freuen uns zusammen über das gemeindeübergreifende Erlebnis und bedanken uns bei der Gemeinde St. Jakobi dafür, dass wir den gemeinsam gefeierten Gottesdienst als würdigen Rahmen für die Rückgabe des Nagelkreuzes nutzen durften. Es ist schön, dass ein vermeintlich unversöhnliches Thema wie das Geschehen in Coventry so friedliche Gedanken bewirken konnte, Dank des entstandenen Bildes des Nagelkreuzes. Das macht Mut, aktiv dafür zu arbeiten, dass Versöhnung die letzte Antwort auf zugefügtes Leid, Schmerz und Unfrieden ist.