Einwohner und Gäste aus nah und fern kamen und erlebten bei bestem Wetter ein christliches Fest der Gemeinschaft mit vielen Angeboten, in denen Kunst, Musik, Glaube und Begegnung im Fokus standen.
Die Organisatoren boten im Rahmen einer Kirchenmeile sowie vielfältigen Formaten die Möglichkeit, sich mit Glaubens- und Lebensfragen zu beschäftigen, ins Gespräch zu kommen oder einfach nur innezuhalten.
Der neuapostolische Kirchenbezirk Chemnitz war mit einem Stand der Sinne vertreten. Angelockt vom Duft frisch zubereiteten Popcorns konnten Interessierte den Klängen eines Vibraphons lauschen oder sich selbst daran versuchen; in einer „Blackbox“ Symbole der Weltreligionen ertasten oder das Bild im Bild der präsentierten Stereogrammen entschlüsseln. Ein vier gewinnt XXL erfreute Kinder und Erwachsene gleichermaßen. An der Stelle noch einmal herzlichen Dank an Renate Utz (Regensburg) für die kostenfreie Genehmigung zur Präsentation ihrer Kalenderbilder und alle StandbetreuerInnen.
Mit einem Abendsegen endete um 22:00 Uhr das offizielle Programm des ersten Kirchenfesttages.
Am Sonntag fand ein ökumenischer Festgottesdienst statt, der unter anderem vom Posaunenchor der Chemnitz Segenskirchgemeinde mitgestaltet wurde. Ein künstlerisches Highlight war die Tanzlabor-Performance zur biblischen Brotvermehrung, choreographiert von Diana Gill. Vor dem Gottesdienst waren berührende Vorträge eines Chores aus Chvalcov (CZ) und des University of Manchester Chamber Choir zu hören.
Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Tobias Bilz, betonte, dass Chemnitz keine der Städte sei, die schon auf den ersten Blick kulturell wirkten. Doch das Kulturhauptstadtjahr hat Chemnitz in seiner Vielfältigkeit sichtbarer gemacht und die Chemnitzerinnen und Chemnitzer gestärkt. Es sind die Menschen, die diese Stadt zur Kulturhauptstadt machen.“
Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, rief den Chemnitzerinnen und Chemnitzern ermutigend zu: „Mein Wunsch ist: Machen Sie mit dem heutigen Tag in dieser Stadt und dieser Region keinen Schlusspunkt!“
Zu Gast war der Erzbischof des italienischen Bistums Gorizia, Carlo Roberto Maria Redaelli. Mit Blick auf die durch die italienisch-slowenische Grenze geteilte Stadt Gorizia – Nova Gorica (beide sind in diesem Jahr ebenfalls europäische Kulturhauptstädte) berichtete er, wie Kultur Grenzen zu überschreiten hilft und Menschen zusammenbringt. So kann gelebte christliche Kultur auch Grenzen überwinden und Verletzungen heilen.
Die etwa 2000 TeilnehmerInnen des Gottesdienstes feierten gemeinsam ein Agape-Mahl. In Bezug auf das Austeilen und Weiterreichen des Brotes mahnte Landesbischof Bilz die grundsätzlich christliche Grundhaltung im Alltag an: „Es geht nicht um das Nehmen, das Behalten, sondern das Weiterreichen.“
Auf das Motto des Kulturhauptstadtjahrs „C (see) the unseen“ eingehend machte er Mut, auch die gesellschaftlich benachteiligten Menschen nicht zu vergessen: „Es geht nicht darum sich zu zeigen, sondern darum, die sichtbar zu machen, die übersehen werden.“
Das Kulturkirchenfest ließ den Reichtum des christlichen Lebens in der Chemnitzer Region erlebbar werden und machte den Mitwirkenden Mut, mit neuem Selbstbewusstsein noch stärker das gesellschaftliche Leben mitzugestalten.
Neuapostolische Kirche