In den vorabendlichen Stunden eines Samstags lud erstmals neben den gewohnten Weihnachtskonzerten der Chor der Neuapostolischen Kirche Chemnitz zu einem Konzert mit Musik lebender Komponisten ein. Dies geschah auch als Beitrag der Kulturkirche 2025 zur Kulturhauptstadt Chemnitz.
Man konnte in und nach den Proben bereits spüren, wie intensiv die Texte in Verbindung mit der Musik nachwirkten. Umso größer war die Freude, diese Musik mit einem Publikum zu teilen.
Nachdem Alex am Schlagzeug und Timon an der Orgel den Beginn einläuteten, forderte der Chor treffend in dem bekannten Lied „Adiemus“ von Karl Jenkins mit dem christlichen Text „Cantate Domino“ zum Singen eines neuen Liedes auf, zu Jubel, Freude und Lob.
In sich reibenden und wiederfindenden Klängen, welche die Zuhörenden in der nachösterlichen Zeit positionierten, folgte die alte Schlussfolgerung nach Johannes 3,16 „So liebt Gott die Welt, dass er seinen einzigen Sohn gab, dass der, der glaubt, niemals stirbt, sondern ewiges Leben hat“.
Im Konzerttitel „The Peace of God“ vertonte John Rutter Verse nach Philipper 4,7. Worte vom Frieden Gottes, der unser Verstehen übersteigt, aber nichtsdestotrotz auffordert, dem eigenen Herzen und Verstand die Liebe Gottes bewusst zu machen. Ein Stück aus dem Poporatorium „Himmelreich“ unterstrich diese Liebe, mit der uns Gott leitet. Dieser „Wunderbare König“, der unsere Zweifel und Sorgen kennt.
Der instrumentale Zwischenteil, gestaltet von Klavier, Orgel, Schlagzeug und einem Streicherquintett, kündete von Lob und Zuversicht auf Gottes Hilfe. Das Lied „Strahlen brechen viele“ erzählte von der Schönheit der von Gott geschaffenen Vielfalt und Diversität. Der Instrumentalteil endete mit dem Hallelujah von Leonard Cohen, arrangiert mit Orgel und Schlagzeug. Und vielleicht war das auch ein Glück, dass es nicht der Chor sang, denn Herr Cohen schrieb zu diesem Lied ca. 150 Verse, bis er sein bekanntestes Stück nach ca. 5 Jahren als vollendet betrachtete.
Der Chor knüpfte mit Worten Georg Neumarks an. „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ erklang mit rhythmisch treibendem Untergrund in einem modernen Arrangement.
Seit dem 14.11.2024 ist die Neuapostolische Kirche Vollmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen. Die Gemeinschaft von Taizé gilt als Symbol der ökumenischen Bewegungen. Für diese werden charakteristische Kurzgesänge, welche durch die Wiederholungen meditativ wirken, komponiert. Im Konzert konnten alle Anwesenden bei einem dieser Taizé-Gesänge „Meine Hoffnung und meine Freude“ von Jaques Berthier gemeinschaftlich mitsingen. Interessant ist, dass dieses Lied sogar in 14 Sprachen singbar wäre.
Wie bereits bei dem ökumenischen Gottesdienst zur Verleihung des Nagelkreuzes in der Jakobikirche sang der Chor das Lied „Herr, gib mir Mut“, um Brücken zu bauen, Hände zu reichen und auf Mitmenschen zuzugehen, wo andere Fäuste ballen oder nur tiefe Gräben sehen.
Auch die deutsche Version des Liedes „You raise me up“ ermutigte zu diesem Vorhaben.
Nach einer Vorstellung des Fördervereins der Gemeinde Chemnitz mit Erklärungen zu unterstützten Vereinen wie z.B. Tafel Chemnitz e.V. erklangen bereits die letzten Lieder.
Nach dem schwungvollen „Erd und Himmel sollen singen“ von Zsolt Gárdonyi wurden die Klänge zarter. Christine sang das Solo des Liedes „Lord have Mercy“ mit Umrahmung von Streichern und Klavier. Die Worte malten wundervoll unser Leben, die Schöpfung und Gründe zu großer Dankbarkeit und gipfelten im Einklang mit dem Chor in der Bitte um Gottes Barmherzigkeit.
Die Schlussbitte „The Lord bless you and keep you“ des Chores mit dem Teppich der Orgel begleitete aus diesem Klangmeer heraus.
Der Herr segne dich und behüte dich
Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten
und sei dir gnädig.
Der Herr hebe sein Angesicht dir zu
und gebe dir Frieden.
Das Amen floss ineinander, überschlug sich fast, aber endete ruhig. Amen - Ja, so sei es.
Silvio schaffte einen Rahmen von willkommen sein zu Beginn bis abgeholt fühlen in der Stille nach dem Schlussakkord. Wärmende, dankende und begleitende Worte für Musizierende und Zuhörende zugleich.
Ausführende:
Sänger und Instrumentalisten der Neuapostolischen Gemeinde Chemnitz
Leitung: Gero Richter
Orgel: Timon Häslich
Klavier: André Schönleiter, Tristan Arnold
Schlagzeug: Alexander Hentschel
Sopranistin: Christine Landgraf
Begrüßung und Verabschiedung: Silvio Beyer
Neuapostolische Kirche