Wir sind in der Gemeinde Chemnitz mit vielen Musikern und Singwilligen gesegnet, die auch in diesem Jahr wieder unter der Gesamtleitung von Gero Richter ein wunderbar ansprechendes Programm erarbeitet haben.
Aber was ist entstanden und bleibt, wenn das große Halleluja verklungen ist? Was motiviert uns Mitwirkende weiter und was hallt im Zuhörer nach?
Ideen kreisten schon seit vergangenem Weihnachten in den Gruppenleitern. Bereits in den Tagen, wenn die Sonne noch bis in den Abend scheint, schlugen die Sänger das erste Lied auf, was von Jesu Geburt berichtet. Sanfte Klänge, die noch so gar nicht zur Grillwurst passen wollten. Doch die Zeit rannte, der Einkaufsladen sortierte schnell um und holte die Lebkuchen heraus. Da wusste man mit einem leichten Kopfschütteln im September: „Lang ist es nicht mehr hin. Wieder ein Jahr vorbei.“
Die Probentermine häuften sich, die Tage wurden dunkler. Man quälte sich bei manchen Musikstücken mit dem richtigen Zusammenklang. Durch vielerlei Verpflichtungen jedes Einzelnen und Krankheit waren Leiter und Sänger teils frustriert von der Anwesenheitsquote. Doch wie ein jährliches Wunder fanden sich Töne und Sänger. Wieder wurde durch ein gemeinsames Ziel ein Miteinander geschaffen. Spätestens zur großen Probe am Buß- und Bettag waren viele Töne platziert und die Zuversicht stieg, dass es wieder machbar sein würde.
Dann endlich, nach dem Ewigkeitssonntag, konnte man die Lichter und Weihnachtsdekoration herausholen. Jetzt war es wieder so weit. Vorfreude an! „Eia, eia, susani, susani“ klangen nun nicht mehr albern. Jetzt passte es wieder zu dem Duft frisch gebackener Kekse, Glühwein und geschälten Orangen. Jetzt kann man über die Weihnachtsfreude singen oder über die andächtige Stille. Nun kann uns auch das Orchester eintauchen lassen in sanfte Schwingungen oder brausende Wellen. Die Kinder und Jugendlichen unter der Leitung von Sven Jähnige-Eichler und Karsta Arnold lassen uns lächeln, wenn man die Tradition weiterlaufen sieht.
Alle Musiker fühlen: allein könnten sie das nicht und sind dankbar für den Moment der Klangfülle. Ein Konzert dieser Art funktioniert nur zusammen inklusive dem Hausputz, den Ordnern, dem Fotografen und allen Technikern. Ohne manche spezielle Mühe z.B. von Sebastian Weinhardt, der das Bläserensemble organisierte oder Tommy Eichler, der die Orchesterspieler wieder musikalisch und menschlich unter seine Fittiche nahm … undenkbar.
Die Zuhörer gaben Grund, das Beste zu geben. Zum Beispiel verlangt „Machet die Tore weit“ viel Spannung und Luft, um diesen vollen Klang zu erzeugen.
Was bleibt nach dem Abschlag des letzten Tones? Für die Mitwirkenden das Ausatmen, die Entspannung. Sicherlich aber auch das Gefühl, das viel im Wandel ist. Trotzdem dieses Konzert ein Stück Tradition symbolisiert ist es nicht selbstverständlich. Die Möglichkeiten sind bei jedem begrenzt. Auch der Nachwuchs wird weniger, setzt andere Prioritäten und man hadert mit dieser Realität. Andererseits bleibt viel Dankbarkeit für das Erleben, dass man zusammen Schönes und Großes schaffen kann.
Jesu Geburt geschah nicht in einem idealen Umfeld, aber es war geplant und perfekt in diesem Minimalismus. Was braucht ein Kind mehr als seine Eltern? Was brauchen wir mehr als ein Miteinander für ein Stück Glück?
Das diesjährige Konzert ist noch für eine Weile auf YouTube zu sehen. Schaut gern unter diesen Gedanken noch einmal herein.
Neuapostolische Kirche