Gottes grenzenlose Liebe

Unter diesem Motto standen das 24. und 25. Konzert der Geistlichen Abendmusik [GAM] Erzgebirge.

An insgesamt sieben Probennachmittagen über fünf Monate und manchen Minuten daheim erarbeiteten sich die Sänger und Instrumentalisten achtzehn teils bekannte, aber auch weniger bekannte neuzeitliche Lieder und Instrumentalstücke.

Das erste dieser Konzerte führte die Musiker am 22. Oktober 2016 ins thüringische Suhl. Dies hatte einen besonderen Grund. Auf dem Internationalen Kirchentag der Neuapostolischen Kirche 2014 in München wurde eine Aktion „Meine Gemeinde im Schuhkarton“ durchgeführt. Neuapostolische Gemeinden aus aller Welt packten jeweils einen Schuhkarton, in dem sich Dinge befanden, welche die Kirchengemeinde und die Region repräsentieren sollten. Diese wurden in ein Regal gestellt und jeder, der einen hineinstellte, konnte den Schuhkarton einer beliebigen anderen Gemeinde mitnehmen. Das Anliegen bestand darin, dass sich neuapostolische Kirchengemeinden untereinander kennenlernen und auch über größere Distanzen Kontakte knüpfen konnten. Das für Olbernhau zuständige Gemeindemitglied nahm damals den Schuhkarton der Suhler Gemeinde mit. Aufgrund der in den Jahren zunehmenden Kontakte des Chorleiters Roger Maschek aus Olbernhau mit der „Schuhkarton-Repräsentantin“ aus Suhl entstand die Idee, ein Konzert zu organisieren. So trat der GAM-Projektchor erstmals in seiner 12-jährigen Geschichte eine weite Reise in ein anderes Bundesland an.

Die Akteure aus acht neuapostolischen Kirchengemeinden des Erzgebirges wurden von den Mitgliedern der NAK-Kirchengemeinde Suhl sehr herzlich empfangen und köstlich bewirtet. Der Gemeindeleiter H. Quenstedt stellte in einer unterhaltsamen Ansprache die Entwicklung der Gemeinde vor.

Das Konzert fand am späten Nachmittag in der 1909 errichteten evangelisch-lutherischen Kirche Heidersbach, einem Ortsteil von Suhl statt. Dieses schlichte, mit Schiefer verkleidete Gotteshaus auf dem Saalhügel wurde vom evangelischen Kirchgemeinderat für dieses Konzert der NAK dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Etwa 90 Gäste verschiedener Konfessionszugehörigkeit fanden den Weg und die Zeit, dem Konzert zu lauschen.

Im Mittelpunkt des Programmes stand das Lob Gottes – der eine Gott aller Christen dieser Erde. Neben einem Solovortrag der Harfe und einem Trompetenstück sowie bekannteren Werken des Chores wie „Von guten Mächten wunderbar getragen“ fand bei den Zuhörern ein aktuelles, musikalisch anspruchsvolles und zum Nachdenken anregendes Lied mit dem Titel „Finde Zeit“ große Aufmerksamkeit. Der Text soll dazu animieren, über uns und unser Verhältnis zu Gott in dieser heutigen rast- und ruhelosen Zeit nachzudenken. Den meisten Konzertbesuchern war dieses Lied bis dato noch unbekannt. So wurde das reich einstündige Konzert zu einem interkonfessionellen Erlebnis, denn Musik verbindet bekanntlich. Dies zeigte sich auch darin, dass drei Akteure aus Thüringen, die über Monate separat für sich das Programm geübt hatten, nach nur einer gemeinsamen Generalprobe den Chor ergänzten. Zum Ende wurde das Publikum eingeladen, in das Abschlusslied „Singt ein Lied von Gott“ mit einzustimmen, dem Song des Internationalen Kirchentages 2014. Damit war der Bogen zum ursächlichen Ausgangspunkt des Besuchs geschlagen.

Nach dem Konzert bot sich die Gelegenheit, mit dem einen oder anderen Besucher ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde deutlich, dass sowohl die ausgewählten Stücke wie auch die musikalische Darbietung sehr gut bei den Zuhörern angekommen waren. Das Konzert der GAM in Suhl war ein gelungener Baustein der NAK-Kirchengemeindepartnerschaft Olbernhau-Suhl und ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Ökumene.

Das GAM-Jubiläumskonzert fand am 12. November 2016 in der vollbesetzten NAK-Kirchengemeinde Olbernhau statt. Sie ist eine der Wiegen dieses musikalischen Projektes. Das abwechslungsreiche und zum Nachdenken anregende Musikprogramm wurde hier durch Darbietungen des Kinderchores bereichert.

Bezirksältester T. Flemming richtete in seinen Abschiedsworten einen ganz besonderen Dank an alle Akteure für die beständige, beharrliche und zeitintensive konfessionsübergreifende Musikarbeit der vergangenen zwölf Jahre. Er drückte seine Hoffnung aus, dass dieses Musikprojekt im Kirchenbezirk Chemnitz auch künftig erfolgreich weitergeführt wird.

Nach diesem Konzert erlebte Chorleiter Roger Maschek eine angenehme Überraschung. Die Mitglieder des Musikprojektes bedankten sich bei ihm mit einem Präsent für seine jahrelange aufopferungsvolle und kompetente Arbeit als Projektleiter und der Chor stimmte noch einmal das sehr emotional berührende Lied „Bist du [Gott] bei mir, dann spring ich über Mauern“ aus dem dargebotenen Programm an.