Kein Schlüssel für die Kirche - aber ein Schlüssel zu den Herzen

Am ersten Sonntag im Mai erlebte die kleine Gemeinde Bärenstein im Erzgebirge einen Festgottesdienst mit Bezirksapostel Wilfried Klingler und Apostel Gerald Bimberg. Am Ende des Gottesdienstes berichtete der Bezirksapostel unter Schmunzeln, wie es dazu kam, dass er die Gemeinde besuchte.

Große Freude herrschte in der Bärensteiner Gemeinde, als die Glaubensgeschwister erfuhren, dass sich Bezirksapostel Klingler und Apostel Bimberg zum Gottesdienst am 2. Mai 2010 angekündigt hatten. Es kommt sicher nicht sehr oft vor, dass eine kleine Gemeinde mit ca. 40 Seelen solch hohen Besuch erhält.

Der Bezirksapostel lüftete am Ende des Gottesdienstes unter Schmunzeln das Geheimnis um die Vorgeschichte dieses Besuches: Vor einiger Zeit habe er schon einmal unangemeldet vor der Kirchentür gestanden, musste aber feststellen, dass sein mitgebrachter Schlüssel nicht an der Tür des Kirchenraumes passt. Er habe dann den Wunsch gehegt: "Da willst du aber auch mal rein!" und nun könne er sich heute ein Bild von der Gemeinde machen.

(Anm. des Verfassers: Bitte tauscht jetzt nicht alle Türschlösser in den Kirchen aus, um einen Besuch des Bezirksapostels zu erhalten!)

Beim Eintreffen des Bezirksapostels, des Apostel und der Bezirksämter auf dem Vorplatz der Kirche wurden diese durch die Kinder der Gemeinde mit dem Lied "Gott ist die Liebe" herzlich willkommen geheißen. Jedes der Kinder überreichte dabei dem Bezirksapostel und dem Apostel eine Blume.




Mit einem freudigen Lied begann der Gottesdienst: "Fort, fort mein Herz zum Himmel" (GB 395)

Der Bezirksapostel diente mit dem Bibelwort Johannes 12, aus Vers 23:

"Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde."




Kerngedanken aus dem Dienen des Bezirksapostels:

Jesus ging zurück zum Vater als Teil der Gottheit. Durch sein Opfer hat er wieder Teil an der Herrlichkeit Gottes, an der Macht seines Vaters. Das ist Geschichte: Jesus ist verherrlicht.

Heute blicken wir in die Zukunft: Jesus zeigt seine Herrlichkeit, wenn er wiederkommt.

Es gibt Dinge zu durchleben, welche auch für uns nicht einfach sind:

  • die Gottentfremdung, z.B. in unserer Gesellschaft,
  • das Verspotten der Majestät Gottes,
  • das Verhöhnen des Opfers Christi,
  • das Verleugnen seiner Auferstehung,
  • dass sich der Mensch mehr und mehr in den Mittelpunkt stellt und nicht mehr der dreieinige Gott das Zentrum allen Daseins ist.

Jesu sagte zu Petrus, dem Felsen der Gemeinde: "Satan will euch sichten wie den Weizen, aber ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre" (vgl. Lukas 22, 31.32).

Sichten bedeutet Erschütterungen: persönlich, in der Familie, in der Gemeinde oder im Werk des Herrn. Aber alle Dinge dienen zum Besten denen, die Gott lieben. Die Botschaft heute an die Gemeinde lautet: Christus hat für mich gebetet, dass mein Glaube nicht aufhört.

Glaube ist die enge Verbindung zum dreieinigen Gott. Auf diesem Weg sorgt er für uns. Niemand kann ohne Jesus vollendet werden. Wir verherrlichen den Herrn, wenn wir das Wesen Gottes ausstrahlen (unser Licht nicht unter den Scheffel stellen).

Das Wesen Christi, Stationen seiner Verherrlichung:

  • Er reinigte den Tempel.
    Wir: Der Gottesdienst soll uns heilig bleiben, das Evangelium soll rein bleiben.
  • Er ließ den Feigenbaum verdorren, der keine Früchte trug.
    Wir: Wer nachfolgt, bringt Frucht (Frieden, Freude, Geduld) zur Erquickung des Nächsten.
  • Er wurde von den Pharisäern gefragt: "Aus welcher Kraft tust du das?"
    Wir: Was ich tue, dazu hat mich der Herr befähigt (ich tue es nicht aus eigener Kraft).

Nachdem Apostel Bimberg mitgedient hatte, leitete der Bezirksapostel über zum Höhepunkt des Gottesdienstes, der Feier des Heiligen Abendmahles.

Er zeigte das Bild auf, wie Jesus bei der Einsetzung des Heiligen Abendmahls an einer langen Tafel saß und den Jüngern sagte: "Es hat mich herzlich verlangt, mit euch das Abendmahl zu genießen". Das war eine persönliche Ansprache an jeden einzelnen.

Auch die Gemeinde Bärenstein bot schon räumlich gesehen durch den langen schmalen Raum in diesem Gottesdienst den Vergleich mit einer langen Tafel und dem Gottessohn in der Mitte.

Spontan reichte der Bezirksapostel zusammen mit dem Apostel das Heilige Abendmahl für die Gemeinde. Unvergessen bleiben diese besonderen Augenblicke, den Gesandten Jesu in die Augen schauen zu können und aus ihrer Hand die Hostie zu empfangen.

Im Schlussgebet erbat der Bezirksapostel insbesondere den Segen Gottes für die ganze Gemeinde. Seine Worte an den Vorsteher zum Abschied "Es war schön bei euch!" fassten alles Erlebte zusammen und waren ein schönes Zeugnis für die Gemeinde.

A.K/E.Z./M.W

Bildergalerie